4. Spieltag MDOL Frauen 2019/20

Unmögliches fast Möglich werden lassen

Am Zwiebelmarkt-Sonntag stand die schwere Partie gegen den amtierenden Meister des SV Koweg Görlitz an. Motiviert aus dem Spiel beim TSV Niederndodeleben wollte man den nächsten „Großen“ der Liga ärgern.

Ärgern schien man sich jedoch gerade in der ersten Hälfte wohl eher über die nicht ganz einheitlichen Schiedsrichterpfiffe, doch dies versuchten beide Teams auszublenden und konzentrierten sich aufs eigentliche Spiel. Nachdem Victoria im ersten Angriff direkt wegknickte, war die Mannschaft zunächst geschockt. Sie spielte den Schmerz durch Ihren Willen runter und blieb auf dem Feld. Dennoch vergaben die Apoldaerinnen den ersten Strafwurf, daher erzielte Görlitz den ersten Treffer des Tages. Mit Dynamik und viel Druck aufs Tor antworteten die Mädels den Koweg (B)Engeln immer wieder und gingen dank Anne erstmals in Führung, 3:2. Die Wurfgewalt der Gäste durch deren Rückraumspezialistin Klara Klegrova ließ die Partie bis zur 19. Minute offen. Es folgte die Auszeit, da das Apoldaer Angriffsspiel es geschafft hatte, mit zwei Toren in Führung zu gehen. Mut, Wille und die letzte Konsequenz führten dazu, dass nun die (B)Engel sich erstmal etwas anhören mussten, 9:7. Die Ansprache fruchtete, wenn auch schleppend und sicher bedingt dadurch, dass der HSV einige kleine Fehler machte. Dennoch waren es die Überzahlsituationen der Gäste, die den Vorteil wieder zu Gunsten der Randpolinnen kippen ließen, 11:13. Die HSV Akteurinnen ließen sich davon jedoch nicht irritieren. Sie spielten konzentriert ihr Spiel weiter und gestalteten ihren Angriff so, dass die gesamte Feldbreite genutzt wurde und vor allem das es zur Pause 14:14 stand.

Zweifelsohne kam Görlitz besser aus der Kabine zurück, überzeugte im Angriff und stellte die Abwehr besser. Sie erspielten sich daher eine 4-Tore-Führung, 16:20. Noch dazu in Unterzahl agierend, sahen die Trainer Ralph Börmel und Patrick Schatz sich gezwungen mit der Auszeit den Aufwind der Koweg Damen zu stoppen. Dennoch glaubten nicht viele der zahlreichen Zuschauer in der Halle daran, dass die SG noch einmal zurückkommen kann. Doch die Mannschaft wollte es. Dieser Wille sorgte dafür, dass sie sich herankämpften. Binnen 7 Minuten drehten sie die Partie und schenkten dem Meister mal eben einen 6:1-Lauf ein. Die Führung zum 22:21 warf Victoria und die Halle war nun überzeugt, dass heute alles möglich ist. Die Verantwortlichen der Gäste zogen die Reisleine und baten zur nächsten Auszeit, 48. Minute. In den Folgeminuten stieg die Spannungskurve noch einmal an. Beherzt nutzte vor allem Lisa den sich ihr bietenden Platz und blieb souverän an der Linie. Doch Görlitz fand immer wieder die passende Antwort. Leistete sich ein Team einen Fehler, schaffte auch der Gegner es nicht, diesen zu nutzen. So leuchtete knapp 4 Minuten vor dem Ende immer noch ein Unentschieden auf der Anzeigetafel 24:24. Wieder Lisa und anschließend in Überzahl Thea ließen die Träume von Punkten wahr werden, 26:24. Dank Ballgewinn legte Ralph die Auszeit. Durchschnaufen und die verbleibenden 30 Sekunden auf der Uhr herunterspielen, Ruhe bewahren und Punkte sichern, so die Devise. Doch Handball wäre nicht Handball und Görlitz sicher nicht Meister, wenn sie nicht auch in dieser Restzeit etwas versuchen würden. Das Quäntchen Chance auf einen Punkt, was sie hatten nutzten sie. Zunächst Fehler des HSV und das Kontertor 11 Sekunden vor dem Ende, 26:25 sorgten für weitere Unruhe. Foul an einer Görlitzer Spielerin, welche sich den Ball beim Pass erhaschte und die ausschlaggebendste Entscheidung der Schiedsrichter, Zeitstrafe und Siebenmeter trotz abgelaufener Spielzeit, ermöglichten Görlitz die Chance auf den Ausgleich. Toptorschützin Klara Klegrova trat an die Linie und versenkte eiskalt zum 26:26.

Wahnsinnspartie, ein Auf und Ab, Freud und Leid, Geschwindigkeit, Kampfgeist, Moral, Konsequenz, Spielwitz…, eine Aufzählung die man sicher nach so einer Partie weiter fortführen könnte. Doch was bleibt, die Damen konnten gegen den Meister Görlitz einen Punkt holen. Sie zeigten eine Aufholjagd, die man nur selten sieht, kämpften sich heran und verbauten sich leider selbst den Sieg. Doch diese 30 Sekunden werden sich wohl kaum noch einmal so abspielen und der Rest der Partie macht mehr als nur Hoffnung auf mehr.

Im nächsten Spiel trifft man auf den Thüringer Aufsteiger SV Aufbau Altenburg. Mit den Skatstädtern hat man noch eine Rechnung aus dem letzten Pokalwettbewerb offen und daher gilt es auch in dieser Partie aufmerksam zu agieren, konsequent zu spielen und mit Willen und Kampfgeist den Aufbau’lern das Leben schwer zu machen. Derbyzeit ist am 26.10.2019 um 16:00 Uhr im Goldenen Pflug in Altenburg.

Für die SG Apolda Großschwabhausen spielten:

Tor: Nele Dobosch, Helena Gottschalg

 

Feld: Anne Breitschuh 6, Lisa Marie Horn 6/2, Antonia Westland 5, Victoria Gramma 4, Maria Ackermann 2, Tina Müller 1, Carolin Dippmann 1, Thea-Marie Schatz 1, Lilly Reum, Annika Lehmann, Patricia Köhler