Spielbericht 6. Spieltag MDOL 2017/18

21.10.2017 20.00 Uhr HSV Apolda - HC Einheit Plauen

Spitzenstart verblasst -  Gefahr nach unten abzurutschen nimmt zu

 

HSV Apolda zeigt vor tollem Heimspielpublikum schlechteste Saisonleistung und verliert zurecht gegen die Aufsteiger aus Plauen, dem HC Einheit Plauen. Damit ist die Bilanz nach 6 Spielen zwar ausgeglichen (6:6). Wer gegen solche Gegner Punkte liegen lässt, spielt definitiv im Strudel gegen den Abstieg mit.

 

Doch wir starten mit dem Beginn der Partie. Gleich der erste Versuch, ein missglückter Heber vom „Spieler des Spiels in Köthen“ – Vasil Mitevski zeigte, dass es heute wieder einmal keine leichte Partie werden würde. Als dann Alin Ioan Bosneac direkt in der ersten Welle das 0:1 warf, war es schwer richtig ins Spiel zu kommen. Dennoch gelang die linke Seite, Sebastian, frei zu spielen und das 1:1 zu markieren. Nick brachte die erste Führung 2:1 nach 5 Minuten. Eigene Fehler und kopflose Aktionen führten dazu, dass man sich nicht absetzen konnte. Stattdessen dauerte es 7 Minuten, ehe Vasil vom Punkt zum 3:3 Ausgleich traf, 12. Minute. In den nächsten 4 Minuten gelangen beiden Teams weitere 3 Tore, da man ohne viel Spielaufbau aufs Tor ballerte. Bis zur 26. Minute sahen die Zuschauer trotz mehrere Fehler und Fehlwürfe auf beiden Seiten eine ausgeglichene spannende Partie, bei der der HSV immer zunächst mit einem Tor führte, und Plauen anschließend irgendwie den Ausgleich erzielt, 10:10. Da sich keiner absetzen kann, versuchte Trainer Ihl noch einmal Impulse durch eine Auszeit zu setzen. Doch nach einem Fehlwurf vorn, konnten die Apoldaer froh sein, dass Plauens Torwart, zu diesem Zeitpunkt im Spiel, keinen besonders guten Tag für lange Pässe hatte. Denn seine Konterbälle landeten nicht bei den davoneilenden Gästen. Doch sei es wie es sei, einer kam an, und den verwandelte Lukas Zverina zur 11:12 Führung für die Gäste. Ein weiterer Fehler vorn und die Spitzenstädter haben kurz vor Ende der Halbzeit, gar die Möglichkeit auf eine 2-Tore-Führung zu erhöhen. Ihr Trainer Rüdiger Bones nahm deshalb 14 Sekunden vor dem Pausenpfiff die Auszeit. Nach dieser bringen sie ihren Rückraumschützen Marc Multhauf in Wurfpositionen. Dieser trifft nach Freiwurf ins Netz. Doch der Ball war erst nach dem Zeitsignal im Tor. Deshalb gab es Regelkonform die Wiederholung des Freiwurfs. Der direkte Wurf, ebenfalls von Multhauf ausgeführt, landete allerdings nicht im Tor, sondern direkt im Gesicht von Torsten Dippmann. Multhauf erhielt dafür eine Disqualifikation und die Teams gingen in die Kabinen.

 

In Überzahl startete der HSV denkbar schlecht in die 2. Hälfte. Statt den Ball durch angezeigtes Zeitspiel bald zu gewinnen, kassierte Vasil eine völlig dumme Zeitstrafe und dezimierte so sein Team. Die Gäste hingegen spielten clever, da die Zeitstrafe das Zeitspiel aufhob, hatten sie alle Zeit der Welt, ruhig aufzubauen und irgendwann war dann Alin Ioan Bosneac frei, 11:13.Ein weiterer Fehlwurf vorn, und Plauen hat erstmals die Chance auf 3 Tore davon zu ziehen. Doch Igor pariert und schickt Sebastian auf die Reise - Kontertor, das einzige am heutigen Tage 12:13 und das in Unterzahl. Der nächste Schlagwurf von Pascal Wolf, der nächste technische Fehler auf Seiten der Heimmannschaft. Ein vergebener Siebenmeter und schon musste Frank in der 39. Minute die Auszeit nehmen, da die Einheit nun mit gar 4 Toren führte – 12:16. Erneut war sein Team 5 Minuten ohne Torerfolg geblieben. Zweimal One-Man-Show durch Dino Bacic und die Schlagdistanz war wiederhergestellt. Ballgewinn in der Abwehr, doch Fehler im Konterspiel und der Anschlusstreffer blieb verwehrt. Igor mit Glanzparade, 41. Minute vom Punkt und nächster Fehlwurf durch überhasteten unvorbereiteten Wurf vorn, und Plauen setzte durch Lukas Zverina wieder einen Treffer drauf – 14:17, 42. Minute. Mit dem Kampfgeist, den das Team bereits gegen Halle zu Hause gezeigt hatte, konnte man allerdings aufholen. 17:18 leuchtete es nach 45. Minuten und Plauens Coach wollte die Chance auf 2 Punkte für Apolda im Keim ersticken und nahm deshalb die Auszeit. Wieder ein Schlagwurf von Pascal Wolf und vorn kein Siebenmeter trotz Abwehr im Kreis. Doch ein Stürmerfoul der Gäste an Jörg Heinemann, und ein Heber vorn vom Kapitän stellen den Anschluss wieder her, 18:19. Erneut Schlagwurf von Nr. 9 – Pascal Wolf, und erneut Fehler vorn.  Sechs Minuten vor Schluss gelingt den Heinemanns (Anspiel von Nick auf Jörg) der 20. Treffer und es scheint, als wäre nun mehr Platz am Kreis, 20:21. Nachlässigkeit in Abwehr und im Tor und Jan Richter kann von außen einnetzen. Direkt und beherzt, und wieder ohne Vorarbeit, trifft Dino zum erneuten Anschluss 21:22.  Plauen hingegen setzt, wie auch zu Beginn der Partie, auf Wurfgewalt aus dem Rückraum, 21:23. Anschließend sprintet Igor nach vorn, doch die Schiedsrichter sagen, abgestanden. Der 22. Treffer bleibt so verwehrt. Bei offensiver Manndeckung schaffen die Gäste es, den Strafwurf zu ziehen. Den Moritz Rahn gnadenlos versenkt, 21:24. Wieder 3 Tore hinten und wieder kein sauberer Angriff vorn. Stattdessen beginnt nun Moritz Rahn seine Show. Nach dem Siebenmetertreffer erzielt er den nächsten von Rechtsaußen, und anschließend trifft der Lukas Zverina, ehe Moritz Rahn fast zeitglich mit dem Schlusssignal ins leere Tor zum Endstand von 22:28 einnetzt.

 

Doch wo war eigentlich bei diesem Tor Igor? Und warum kämpfen die HSV-Spieler und lassen sich dann binnen 3 Minuten 5 Tore einschenken. Sind nicht wir die, die in den entscheidenden Minuten Spiele kippen können? Vor allem zu Hause? Die Fragen und viele weitere stellten sich fast alle in der Halle. Und die Folgewoche wird in Vorbereitung auf Staßfurt sicher kein Spaziergang für die Herren werden. Doch Fakt ist, der Klassenerhalt ist Ziel und der ist, wenn man so spielt, sehr sehr schwer erreichbar. Ideen, Lösungen, Selbstvertrauen, Teamgeist müssen gefunden werden und vor allem der Kampf, bei dem alle an einem Strang ziehen, muss aufgenommen werden. Das wird schwer, keine Frage. Kopf in den Sand stecken, hilft da nicht. Es muss und es wird sich etwas ändern und das hoffentlich zum Guten und zu Siegen und wichtigen Punkten für den Klassenerhalt.

 

Denn Apolda spielt Handball und bedankt sich heute beim vollen Haus, welches die notwendige Unterstützung von außen brachte, welche heute allerdings leider nicht zu einem Sieg führte. Trotzdem vielen Dank und wir hoffen auch weiterhin auf solch zahlreiches berauschendes Publikum. Die Männer von Frank Ihl brauchen EUCH um den Kampf leichter aufnehmen zu können.

 

Für die Glockenstädter spielten:

Tor: Igor Toskoski, Daniel Kocsis

Feld: Dino Bacic 7, Sebastian Wenke 4, Nick Heinemann 3, Jörg Heinemann 3, Vasil Mitevski 3/1, Florian Folger 1, Nicky Resimius 1, Torsten Dippmann, Igor Ilievski, Norbert Bán, Michal Mrózek, Jannick Möller