Spielbericht 7. Spieltag MDOL 2017/18

28.10.2017 19.00 HV RW Staßfurt - HSV Apolda

Wie aus einem Guss

 

Nach den letzten eher erfolglosen Wochenenden, die viele Probleme, Gesprächsstoff und Veränderungen mit sich brachten und forderten, reisten unsere Männer nach Staßfurt. Die HV Rot-Weißen zeigten in den letzten Aufeinandertreffen jeweils nochmals die größten Schwachstellen der Apoldaer auf, und bestraften diese hart. Jeder wusste also heute, es kommt darauf an, alles zu geben. Genau das tat das Team und überzeugte, nach der schlechtesten Leistung am vergangenen Spieltag, heute mit der Besten der laufenden Saison.

Gleich in den ersten Minuten erwischten die Apoldaer einen guten Start, und störten die heimischen Angreifer frühzeitig, und gingen vom Kreis durch Jörg mit 0:1 in Führung. Staßfurt tat sich schwer, und das obwohl sie mit Retting und Hähnel ihre beiden Rückaumstars dabei hatten. Der 1:1 Ausgleichstreffer fiel vom Punkt durch eben jenen Sebastian Retting. Keineswegs ließen sich die HSV-Akteure in ihrem Angriffsspiel davon beirren und gingen mit 1:3 in Front. Der HV versuchte aus dem Rückraum zu einfachen Würfen zu kommen, doch die Abwehr verschob gut. Stattdessen fanden Sie bis zur 10. Minute mehrfach Ihren Kreisläufer und schlossen über diesen ab. Doch genau das tat auch der HSV und ließ sich auch von der offensiveren Abwehr der Hausherren im eigenen Angriff nicht beirren. Nach zehn Minuten stand es so 3:7 für den HSV. Und Igor legte gleich noch einen darauf, parierte einen Strafwurf von Retting. Vasil hingegen erhöhte vom Punkt der anderen Seite auf 3:8, 13. Minute. Die Rot-Weißen schienen nun genug gesehen zu haben. Stellten die Abwehr um, und nahmen Florian und Dino komplett aus dem Spiel. Doch Nick versuchte den Platz zu nutzen, der sich durch die nur noch 4 Mann am 6er geboten hatte. Staßfurts Rückraumspieler Hähnel war da einen Schritt zu langsam, kam zu spät und musste das erste Mal für Zwei-Minuten auf die Bank. In Unterzahl spielte man nun härter, schubste den ein oder anderen offensichtlich, den nächsten konsequent, aber versteckt. So erhielt Torsten einen Schlag in den Rücken und musste behandelt werden. – Strafe gab es dafür keine. Im Angriff zeigten die Staßfurter weiterhin ihre gute Abstimmung zwischen Retting im Rückraum und Jacobi am Kreis und konnten nach 15. Minuten auf 5:8 verkürzen. Igor parierte den nächsten Siebenmeter, allerdings scheitere auch Vasil vom Punkt. Nach 20. Minuten war es deshalb Zeit für eine Auszeit. Konsequenz und Willensstärke mussten noch einmal besser werden. Und genau die zeigten Sie in den nächsten 5 Minuten. Trotz angezeigtem Zeitspiel bewahrte Florian den kühlen Kopf und netzte erfolgreich ein, und auch Vasil merzte seinen vergebenen Siebenmetern mit den nächsten Treffern vom Punkt aus, 7:12 (24. Minute). Weiterhin wurde es ruppiger und die Grenze zwischen erlaubt und nicht erlaubt verschmolz zunehmend. Staßfurt gelang es gerade über die rechte Seite, den Vorsprung zu verringern, und kurz vor der Pause warf man den Ball vor, nur knapp 5 Sekunden zu früh, in die Hände des Torhüters. So konnte Oliver Jacobi den 12:14 Treffer mit dem Pausensignal erzielen. Igor mahnte seine Vorderleute in der Situation an, doch vorne einen kühlen Kopf zu bewahren und mit der Zeit zu spielen, doch die Schiedsrichter legten seine Gestik dabei, als Beleidigung aus und gaben Ihm eine rot-blaue Karte / Disqualifikation mit Bericht. Nur für ein geplantes Wachrütteln seines Teams. – Fraglich, aber gegen diese Tatsachenentscheidung kann man nichts machen. Michal der angeschlagen war, warf deshalb Daniel für die zweiten 30 Minuten ein, der Rest wurde von Frank Ihl in der Kabine noch einmal angespornt.

Die 2. Halbzeit lief und wieder lief es trotz Unterzahl für die Gäste. Nach 37. Minuten waren es wieder 5 Tore-Vorsprung für die Glockenstädter, 13:18. Die Rot-Weißen versuchten weiterhin ihren Kreisläufer Jacobi oder auch einen Einläufer am Kreis anzuspielen, und kamen durch ebenfalls viel Bewegung so zu Torerfolgen. Nach 40 Minuten war der Vorsprung deshalb fast wieder aufgebraucht, 17:19. Näher heran ließ man die Hausherren allerdings nicht kommen. Sebastian und Vasil legten dank viel Bewegung und Ihrer Schnelligkeit wieder 2 Tore auf der Habenseite drauf, 17:21. Staßfurt antwortete prompt und kam ebenfalls über die Außen zum Erfolg. Doch Sebastian agierte, da Dino und Florian immer noch persönlich gedeckt wurden, nicht nur als außen, sondern traf auch aus dem Rückraum, 18:22. Erneut antwortete Staßfurt von Außen. Nick legte sich ebenfalls den Außenspieler zurecht und netzte durch die Beine des Torwarts ein, 19:23. Der Mittelblock der Glockenstädter stand jetzt besser, immer wieder gelang es Bälle zu blocken und auch Daniel parierte einige der Geschosse von hinten. Doch durch eigene Fehler und schnelle Abschlüsse gab man den Hausherren noch einmal die Chance heran zu kommen, 23:25. Noch 10 Minuten in denen man alles geben musste. Mit einem schnellen Eins-Eins tanzte Dino die Abwehr im Alleingang aus, 23:27 und Vasil erhöhte auf 23:28. Die Gäste schwächten sich, durch die 3. Zeitstrafe gegen Hähnel. Die Apoldaer hingegen stärkten sich in ihrer Auszeit noch einmal, und spornten sich an. In eigener Unterzahl, Nick auf der Bank, gab Daniel den Rückhalt und fing gar den Wurf von Christian Schöne. Beim Wurf von Retting war er allerdings machtlos, 26:29. Noch 3 Minuten zu spielen und nur noch 3 Tore vor. In Unterzahl holte Sebastian einen Strafwurf heraus, und Vasil verwandeltes sicher zum 26:30. Jörg erhielt für leichtes Trikotziehen eine 2-Minuten-Strafe, bei der Härte des Spiels völlig übertrieben und Retting als Gegner tat da ebenfalls sein Übriges, doch da Nick, laut dem Zeitnehmertisch zu früh wieder aufs Feld ging, erhielt auch er nochmals 2-Minuten. Nur noch mit 4 Feldspielern musste man die letzten beiden Minuten überstehen. Die Hausherren trafen von Außen, 27:30. Frank Ihl nutzte 75 Sekunden vor Ende des Spiels seine dritte Grüne Karte. Ruhig spielen, einen sicheren Ball, noch einmal viel Laufen und vor allem konsequent zurück, wenn es sein musste. Zunächst versenkte Sebastian den Ball im Tor, 27:31. Daniel parierte gegen den Linksaußen und dann netzte Vasil mit seinem 12. Treffer des Tages zum Endstand von 27:32 ein.

Wahnsinns Mannschaftleistung, ein Kampf und ein Spiel, wie aus einem Guss. Das Team stellte sich jeder Herausforderung, die die Rot-Weißen Ihnen stellten und zerlegte deren Abwehr mit der Dynamik, welche in den letzten Spielen fehlte. Konsequent und sich gegenseitig helfend, mit einer besseren Abwehrarbeit als zuletzt gezeigt, zog man mit den Rückhalten von Igor und Daniel den Werfern ein ums andere Mal den Zahn, und muss diese Leistung nur noch mehr und noch länger kompensieren. Dann können die nächsten Gegner kommen und werden sich ebenfalls sehr schwer tun, gegen den HSV Apolda zu gewinnen. Mit 2 wichtigen Punkten für den Klassenerhalt, traten die Herren erschöpft doch überaus glücklich die 2-stündige Heimreise an.

Gegen Delitzsch wird am 04.11.2017 um 20:00 Uhr wieder alles gegeben werden müssen. Zu Hause wollen und müssen sich die Akteure für die schlechte Leistung zuletzt entschuldigen und mit einer solchen, wie heute, erfolgreich antworten.

 

Für den HSV Apolda spielten:

Tor: Igor Toskoski, Daniel Kocsis

Feld: Vasil Mitevski (12/8), Dino Bacic (6), Sebastian Wenke (5), Florian Folger (5), Jörg Heinemann (2), Nick Heinemann (1), Igor Ilievski (1), Norbert Bán, Torsten Dippmann, Michal Mrózek